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NEFF Pressen begrüßt IBU-Mitglieder zum Technischen Arbeitskreis

NEFF Pressen begrüßt IBU-Mitglieder zum Technischen Arbeitskreis

NEFF Pressen begrüßt IBU-Mitglieder zum Technischen Arbeitskreis
Karlsruhe, März 2019

„Kaltumformung moderner Stahlwerkstoffe“ war das zentrale Thema des ersten süddeutschen Technischen Arbeitskreises in den letzten Jahren, veranstaltet vom Industrieverband Blechumformung (IBU) bei NEFF Pressen in Karlsruhe. 18 Teilnehmer stellten sich der Frage, wo die Reise bei den modernen Werkstoffen hinführt und welches die Kundenanforderungen der Zukunft sein werden. Bleibt die Bedeutung von Stahl ungebrochen hoch?


Dr. Ralf Polzin vom Technologie-Institut für Metall & Engineering (TIME) moderierte den Arbeitskreis und stimmte die Gäste auf das Expertentreffen mit dem Appell ein, gemeinsam daran zu arbeiten, dass wir in Deutschland einen technischen Vorsprung erzielen, der uns auch in Zukunft wettbewerbsfähig macht. Zum Einstieg visualisierte Dr. Polzin das Thema Blechdicke anschaulich an einem alten Mercedes-Modell im Vergleich zu einem neueren Audi A4. Wo früher 1,2 mm dicke Bleche verbaut  wurden, finden sich in neuen Modellen 0,65 mm Blechdicke. Heute sind die eingesetzten Werkstoffe also wesentlich dünner, gleichzeitig aber von größerer Festigkeit. Leichtbau und Crashsicherheit zählen zu den wichtigsten Trendthemen der Automobilindustrie. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für die Werkstoffe, die Umformtechnik sowie die vor- und nachgelagerten Prozesse.

Alexander Dörmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Walter Neff GmbH, begrüßte die Gäste und formulierte die Erwartungshaltung an diesen Tag: „Das Thema moderne Werkstoffe ist für uns sehr interessant. Wir möchten wissen, welche Trends es gibt und wie wir unsere Produkte und Prozesse darauf abstimmen können. Dazu ist es entscheidend zu wissen, wohin sich die Kundenprodukte entwickeln.“

Stahl bleibt stark ¬– Leichtbau ist tonangebend
„Moderne Stahlwerkstoffe für kaltumgeformte Anwendungen“ präsentierte Dr. Patrick Kuhn von thyssenkrupp Steel Europe. Die Bedeutung der Kaltumformung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Werkstoffauswahl für das umzuformende Bauteil wird dabei maßgeblich von dessen späterer Funktion bestimmt. Dualphasen-Stähle bieten sich laut Dr. Kuhn bei der Kaltumformung als Allrounder mit den etabliertesten Güten an. Sie verfügen über höhere Dehnungsreserven, die vor allem bei der Umformung komplexer Bauteile entscheidend sind. Zudem sind sie optimal auf lokale Beanspruchung und Bauteilfunktion zugeschnitten. Im Karosseriebau werden sie zum Bespiel bei der Produktion von Längsträgern eingesetzt. Entscheidend bei der Auswahl des passenden Werkstoffs ist die Kundenanforderung, dafür gibt es bei thyssenkrupp eine große Auswahl an Stahlfamilien und allein bei den Dualphasenstählen ein sehr umfangreiches Portfolio. Auf die Frage, wo die Reise bei den modernen Materialien hingeht, hebt Dr. Kuhn hervor, dass auch bei E-Autos heute keine anderen Materialien verwendet werden als bei Autos mit Verbrennungsmotor. Bei denen steigt allerdings der Druck, noch leichter zu werden. Der Materialmix wird bleiben und hochfeste Stähle nicht an Relevanz verlieren. Ein weiterer Vorteil von Stahl ist die Wiederverwertbarkeit, die bei Karbon beispielsweise nicht gegeben ist.

Simulation als Lösung für gängige Problemstellungen
Die dünnen Stähle bringen allerdings auch Probleme mit, denen sich die Branche stellen muss: Falten, Risse, Veränderungen der Oberfläche oder ungewollte Ausdünnung gehören bei den Metall-Verarbeitern zu den Nachteilen des Werkstoffs. Aber auch diese sind vorhersehbar. Die Lösung: Simulationen. Laut Referent Dr. Luca Hornung von der Stampack GmbH können Simulationen Probleme erkennen, bevor sie wehtun. Mithilfe von CAD-Daten werden Versuche mit Simulation vorgenommen, die Dicke, Ausnutzungsgrad, Spannung und Dehnung oder Risikostellen aufzeigen und verdeutlichen, wie sich ein Bauteil bei der Umformung verhält. Dass auch Formabweichungen beim Schweißen berücksichtigt werden müssen, hob Dr. Tobias Loose von DynaWeld hervor. Da beim Schweißen dünner Materialien eine Druckspannung entsteht, kommt es zum Aufstauchen und Schweißverzug. Auch hier ist mithilfe von Simulationen das Optimierungspotenzial hoch. Sie legt die Gründe für den Schweißverzug offen und ermöglicht die Entwicklung von Konzepten zur Kompensierung.

Fazit: Simulationen ermöglichen einen Wissensvorsprung, der in der späteren Produktion eine höhere Effizienz über die gesamte Prozesskette generiert.

Individuelle Anlagenkonzepte nach Kundenanforderung
Die gesamte Prozesskette im Blick hat auch NEFF bei der Einbindung seiner Pressen in ein komplettes Anlagenkonzept. Hier ist die Kundenanforderung maßgeblich und die Lösungsfindung mit dem NEFF Vier-Takt-Prinzip zielführend, wie Christoff Stinshoff, Vertriebsingenieur bei NEFF Pressen, in seinem Vortrag hervorhebt. NEFF Pressen bietet Umformtechnik für moderne Werkstoffe und verfügt über eine mehr als 70-jährige Expertise im Umgang mit unterschiedlichsten Materialien. Im Mittelpunkt steht die Realisierung wirtschaftlicher und produktionssicherer Umsetzung von Klein- und Großserienfertigung.

Alexander Dörmann sprach am Ende des Technischen Arbeitskreises wohl für alle Teilnehmer als er sagte, dass er und sein Unternehmen aus diesem Expertenforum zahlreiche interessante Impulse bekommen haben.

NEFF Pressen ist seit über 10 Jahren Mitglied beim IBU, in diesem Jahr erstmals Gastgeber einer Veranstaltung. Das Unternehmen setzt zunehmend auf Expertenforen, besucht IBU-Veranstaltungen und organisiert Partnertreffen, z. B. mit Fütterer Werkzeugbau oder der Stampack GmbH – eine gute Möglichkeit, neue Expertise aufzubauen und mithilfe neuer Netzwerke Impulse für die Zukunft zu generieren. Das IBU Event war die Wiederauftaktveranstaltung des Technischen Arbeitskreises des IBU in Süddeutschland. Technische Arbeitskreise wurden in der Vergangenheit vermehrt im Ruhrgebiet und Sauerland angeboten, wo sich blechverarbeitende Industrie bündelt.

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